Vortrag und Führung: Kultbäume, Tempel, Weihegaben: der Kultbezirk des römischen NIDA (Frankfurt am Main-Heddernheim)

Ausgrabungen des Frankfurter Denkmalamts im Rahmen des Neubaus der „Römerstadtschule“ legten in den Jahren 2016 bis 2018 und 2022 auf mehr als 4.500 Quadratmetern Fläche im Zentrum der römischen Stadt Nida einen großen Kultbezirk frei. Dort, wo man seit 200 Jahren den zentralen Platz der Siedlung (forum) vermutet hatte, fand man auf einem von einer Mauer umgebenen Areal elf Steinbauten sowie etwa 70 Schächte und zehn Gruben für Deponierungen. Vieles an diesem zentral gelegenen Heiligtum ist ungewöhnlich: Die Gebäudegrundrisse finden keinen Vergleich in den germanischen und gallischen Provinzen des Römischen Reiches, die zahlreichen Schächte und Grube enthielten neben Gefäßen aus Glas und Keramik große Mengen an tierischen und pflanzlichen Überresten – Spuren kultischer Mahlzeiten und Opferhandlungen für die Götter oder eher eine Art „heiliger Müll“?

 

Dank einer vor wenigen Monaten bewilligten Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) erhalten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den nächsten drei Jahren die Gelegenheit, eine der herausragenden neuen archäologischen Entdeckungen auf dem Gebiet des römischen Germaniens umfassend zu erforschen. Der Vortrag von Dr. Carsten Wenzel, einem der Antragsteller und Koordinator des Projekts, gibt erste Einblicke in die Ergebnisse und zeigt Perspektiven für die weitere Arbeit auf.

Vortrag mit Dr. Carsten Wenzel, Kustos für Provinzialrömische Archäologie im Archäologischen Museum Frankfurt

Termin: Mittwoch, 4. März 2026, 18:30 Uhr

Veranstaltungsort: Archäologisches Museum Frankfurt, Karmelitergasse 1

Kosten: EUR 10,00 Eintritt

 

Frankfurts römisches Erbe – Archäologie einer lebendigen Vergangenheit

Unter den Straßen und Häusern Frankfurts liegt vielerorts eine zweite, viel ältere Stadt verborgen: das römische Frankfurt. Die Ausstellung „Frankfurts römisches Erbe“ lädt dazu ein, diese Vergangenheit Schicht für Schicht zu entdecken – von den ersten römischen Stützpunkten am Main, über das städtische Zentrum Nida mit den über das heutige Stadtgebiet verteilten Landgütern in seinem Umland bis zu den Ursprüngen des mittelalterlichen Frankfurt.

Archäologische Funde aus Frankfurt – viele davon zum ersten Mal zu sehen –, veranschaulichende Rekonstruktionen und Karten zeigen, wie Menschen aus dem gesamten Römischen Reich und Einheimische am Main zusammenlebten, handelten und ihrem Glauben nachgingen. Sie erzählen von Militär und Macht, Handwerk und Handel, Göttern und Gemeinschaften – und davon, wie das römische Erbe in der Stadt bis heute fortlebt.

Die Ausstellung macht sichtbar, dass die römische Vergangenheit kein fernes Kapitel ist, sondern ein lebendiger Teil Frankfurts und der Metropolregion: ein Fundament, auf dem die Stadt des Mittelalters gründet.

Termin: Mittwoch, 4. März 2026, 17:00 Uhr mit Dr. Jürgen Hodske
Treffpunkt: Archäologisches Museum Frankfurt, Karmelitergasse 1, Foyer
Kosten: Eintritt ermäßigt EUR 5,00, Führungsgebühr EUR 5,00/ermäßigt EUR 3,00 – Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und die Freunde des Archäologischen Museums zahlen nur die ermäßigte Führungsgebühr

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung ist nicht möglich.

Gerne können Sie für Ihre Gruppe eine individuelle Führung buchen. Kontaktieren Sie uns unter fuehrungen.archaeologie@stadt-frankfurt.de

 

Foto: Hochwertige Ausstattung: Bemalter Wandputz aus dem Kultbezirk von Nida (Foto: C. Wenzel; AMF)