Kelten in Deutschland

Als „Keltoi“ werden sie um 500 v. Chr. von den Griechen bezeichnet, „Galli“ später von den Römern genannt … die ersten Bewohner nördlich der Alpen, die bei antiken Geographen und Schriftstellern Erwähnung finden: die Kelten.

Im 7./6. Jh. v. Chr. zunächst in einem kleineren Gebiet zwischen Ostfrankreich und Böhmen, der Nordschweiz und dem Maingebiet beheimatet, verbreitete sich spätestens ab dem 4. Jh. v. Chr. durch Auswanderer, Abenteurer und Söldner die keltische Kunst und Kultur immer weiter – wenn auch nicht unbedingt die gleichen Sprachen und Dialekte, Sitten und Riten. Schließlich war ein ausgedehntes Gebiet von der Atlantikküste bis weit über die Alpen nach Norditalien und Großgriechenland „keltisch infiziert“.

Im Kern zwar eine bäuerliche Gesellschaft, nahmen die Kelten ab dem 8. Jh. v. Chr. Neuerungen wie die Eisentechnologie und ab etwa 520 v. Chr. die schnell drehende Töpferscheibe aus dem Süden nicht nur an, sondern setzten sie auch in ihrem eigenem Stile um und entwickelten sie weiter. Die frühen Kelten hatten vielfältige Kontakte in den Süden, was herausragende und teils einzigartige Importgegenstände aus dem griechischen und etruskischen Gebiet belegen. Bei Ausgrabungen in bedeutenden keltischen Höhensiedlungen wie der Heuneburg an der oberen Donau, dem Breisacher Münsterberg, dem Mont Lassois an der Seine und in exzeptionell ausgestatteten Großgrabhügeln frühkeltischer Persönlichkeiten kamen diese Gegenstände neben vielen weiteren Funden wieder ans Tageslicht.

Zu dieser Zeit scheint es schon jene ausgeprägte Sozialstruktur gegeben zu haben, die von späteren antiken Schriftstellern wie Caesar im Detail beschrieben wurde. Aus der spätkeltischen Zeit im 2./1. Jh. v. Chr. sind bereits große stadtartige Anlagen bekannt: die „Oppida“, wie z. B. Manching bei Ingolstadt, Alkimoenis (Kelheim) oder Bibracte (Mont Beuvray im Burgund)  Eine Siedlungsgröße über 100 ha ist dabei keine Seltenheit. Handwerkerquartiere lassen auf Spezialistentum innerhalb einer immer noch vorwiegend durch Landwirtschaft geprägten Gesellschaft schließen. Münzprägung und -guss sowie die griechische Schrift übernahmen die späten Kelten genauso gerne wie römischen Wein – importierte Weinamphoren zeugen ebenso davon wie die Berichte der antiken Schriftsteller über die gallischen Barbaren, die den Wein unverdünnt und in rauen Mengen tranken.

Bitte Beschreibung angeben

© 2009 chris---